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Das Physikum

Die zahnärztliche Vorprüfung wird im Unialltag meist nur Physikum genannt. Um zur zahnärztlichen Vorprüfung zugelassen zu sein, muss so einiges nachgewiesen werden. Dazu gehört u.a. das Bestehen der naturwissenschaftlichen Vorprüfung, der Besuch der Vorlesungen in Histologie, Anatomie, Physiologie, Biochemie und Werkstoffkunde und die erfolgreiche Teilnahme an den Praktika in Anatomie, Physiologie, Biochemie, Mikroskopie, technische Propädeutik und 2 Phantomkurse. Die Regelstudienzeit zur Erlangung der erforderlichen Nachweise umfasst 5 Semester.

Wenn das Gesuch zur Prüfung rechtzeitig eingereicht wird, die letzten Klausuren bestanden sind und die Nerven stark bleiben, steht dem Physikum nichts mehr im Weg. Während des Physikums wird man, wie schon beim Vorphysikum, in einer Prüfungsgruppe von maximal vier Prüflingen geprüft. Jeder beantwortet zwar einzeln die vom Prüfer gestellten Fragen, dennoch kann man sich ideal gemeinsam auf die Prüfungen vorbereiten und gemeinsam zittern. Neben der Auswahl der Gruppenmitglieder anhand von verschiedensten Theorien, die besagen welche Menschen mit welchen Charaktereigenschaften am besten zusammen lernen, kann man sich mit guten Freunden aus dem Semester zusammentun oder überlässt die Entscheidung voll und ganz dem Prüfungsamt.

Normalerweise finden die Prüfungen innerhalb von 10 aufeinander folgenden Tagen statt, aber das ist nicht immer die Regel. An manchen Universitäten ist der Prüfungszeitraum auf bis zu 4 Wochen gestreckt. An jeweils einem Tag wird der Prüfling in Anatomie, Physiologie und Biochemie mündlich geprüft. Wie lange die Prüfungen dauern ist von Universität zu Universität und von Prüfer zu Prüfer unterschiedlich. Gemeinsam ist laut der Approbationsordnung für Zahnärzte allen, dass auf „gründliche Kenntnisse“ geprüft wird.

In der Anatomieprüfung wird der makroskopische Teil meist direkt an der Leiche geprüft, der mikroskopische anhand von Präparaten. Die Prüfungen in Physiologie und Biochemie finden größtenteils im Büro des Prüfers nur theoretisch statt. Die Prüfung im Fach Zahnersatzkunde beinhaltet ebenfalls eine mündliche Prüfung, zusätzlich jedoch noch eine praktische Prüfung mit der Dauer von 7 Tagen, in der 4 verschiedene Phantomarbeiten angefertigt werden. In Göttingen ist beispielsweise im vergangenen Semester Teil der praktischen Prüfung die Herstellung einer Totalprothese, einer Verblendkrone, einer Vollgusskrone und das Präparieren von Zähnen am Phantomkopf gewesen.

Sinnvoll ist es nach Erhalt der Ladung zur Prüfung sich mit dem Prüfer in Verbindung zu setzen um den genauen Prüfungsort zu erfragen. Viele Prüfer freuen sich auch über ein kleines Vorstellungsgespräch, bei dem einem die Angst genommen wird und vielleicht auch ein paar Lern-Tipps gegeben werden. Nicht unterschätzen sollte man ebenfalls die Prüfungsprotokolle von Kommilitonen aus höheren Semestern, die an den meisten Universitäten die Fachschaften hinterlegen.

Zum Thema Kleidung: Besser over- als underdressed. Es ist ja schließlich die zahnärztliche Vorprüfung.

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