. .

Staatsexamen

…ich habe fertig!

Das Staatsexamen liegt nun schon fast ein halbes Jahr zurück und nach über vier Monaten harter Maloche in der Zahnarztpraxis ist langsam Routine eingekehrt und wehmütig schaue ich auf die schöne Studienzeit zurück!

Die Qualen des Staatsexamens sind fast vergessen – ich möchte jedoch die Gelegenheit nutzen meine Erfahrungen mit der abschließenden Staatsprüfung des Zahnmedizinstudiums mit Euch zu teilen.

Zu allererst: Wer das Zahnmedizinstudium überstanden hat, der wird sicherlich nicht am Staatsexamen scheitern – in meiner gesamten Studienzeit habe ich vielleicht von ein oder zwei Leuten gehört, die tatsächlich durchgefallen sind – persönlich getroffen habe ich allerdings noch keinen… :-)

Das 10. Semester ist gerade überstanden und eigentlich bräuchte man dringend Semesterferien aber zum Durchatmen bleibt keine Zeit – bei uns ging es eine knappe Woche nach Semesterschluss direkt mit der praktischen Woche der Zahnerhaltung los – die Fingerfertigkeit sollte also nicht das Problem darstellen.

Eigentlich wird im Staatsexamen genau so behandelt wie im Kurs – der Unterschied ist lediglich, dass zwar weiterhin alle Behandlungsschritte vorgezeigt werden – jedoch keine Kommentare oder Hinweise der Assistenten oder der Oberärzte gegeben werden. Man behandelt also konzentriert vor sich hin und ist dann völlig überrascht, dass plötzlich schon der Termin für die mündliche Prüfung ansteht – Zahnerhaltung, Prophylaxe, Kinderzahnheilkunde… keinen Plan von nix – erste Frage: Kariesentstehung – kein Problem! Kinderzahnheilkunde: Was verursacht schwarze Flecken auf den Milchzähnen??? Keinen Schimmer aber gut rausgeredet…! Dann noch schnell alles erzählen, was man so über Zahnbürsten weiß…!

OK – scheiß Prüfung aber trotzdem die 3 abgeholt – geht doch…!

Letztendlich unterscheiden sich die „Innerhausfächer“ nicht sonderlich im Ablauf – nervig wurde es dann noch mal in der KFnull! Gerät basteln, FRS analysieren, Fallbesprechung etc. – und das für ein Fach, was mich nie wieder beschäftigen wird… :-)

Dann wird's lustig im Staatsexamen: Außerhausfächer von denen man noch NIX gehört hat: Neurochirurgie…! Erstmal alle dicken Bücher kaufen, um dann festzustellen, dass es ein Script mit 35 Seiten gibt und der Prüfer eigentlich immer die gleichen Fragen stellt…! Ist aber für den Alltag schon interessant mal die Koma-Scala zu kennen – vielleicht kommt man ja doch mal als erster zum Unfallort! So nach dem Motto: "Ich bin Zahnarzt – lassen sie mich durch!"
Man hat das Gefühl, dass die "richtigen Mediziner" die Zahnis nicht so ganz ernst nehmen und wirklich nur "Zahnarztpraxis relevante" Themen fragen – uns soll's Recht sein – außerdem kann man sich schnell mal ne 1 abholen, wenn man die Altprotokolle runterbeten kann und die Scripte auswendig gelernt hat.

So, nicht damit Ihr jetzt denkt, dass es ein lockerer Spaziergang wird: Man scheißt sich vor jeder Prüfung gehörig ins Hemd – außerdem kommen dann noch so lustige Fächer wie Patho-Histo, wo man irgendwelche kranken Gewebestrukturen unterm Mikroskop erkennen muss oder Hals-Nasen-Ohrenheilkunde – übrigens ein wirklich interessantes Fach mit relevanten Bezügen zur Zahnheilkunde – sehr schön, dass man wenigstens im Staatsexamen mal Genaueres davon hört… :-)

Ein Hammer sind natürlich die Chirurgie-Prüfungen – zahnärztliche (kleine) Chirurgie mit Extraktionen, WSR, Implantaten und Co., MKG (große) Chirurgie mit KFO-Chirurgie, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Schädelfrakturen und dann mein persönliches Hassfach: ZMK – Zahn-, Mund- und KieferKRANKHEITEN! Wo kleine und große Chirurgie noch sehr praxisbezogen sind, wird in ZMK wirklich der letzte Mist gefragt – von jeglichen angeborenen Fehlbildungen und Syndromen über Mundschleimhauterkrankungen, Tumoren, etc., etc., etc.!

In den chirurgischen Fächern werden außerdem Patienten untersucht und Krankengeschichten geschrieben – anstrengend!

Bei uns kamen zum Schluss – als die Motivation den absoluten Tiefpunkt erreicht hatte – noch die richtigen Hammer-Fächer: Dermatologie, Mikrobiologie/Hygiene und Pharma!!!

Noch mal lernen, lernen, lernen – tagelang, nächtelang – bis zur völligen Erschöpfung…! Und dann schließlich ist es vollbracht – die letzte Prüfung ist überstanden, man kann es gar nicht fassen – die erste Flasche Prosecco schon vor dem Institutsgebäude geleert und dann Party bis zum abwinken – als ZAHNARZT!

Die Organisation des Examensballes stellt dann die nächste Hürde da – aber davon erzähle ich Euch in einer anderen Geschichte…!

Ein frischgebackener Zahnarzt
Uni Münster

Partnerinhalte

Wie geht es weiter nach der Zahnarztprüfung? Wer sich in der letzten Phase des Zahnmedizin-Studiums befindest oder gerade die Zahnarztprüfung erfolgreich absolviert hat, steht vor der Entscheidung, wie er künftig als Zahnarzt tätig sein wird.

Der Online-Ratgeber der Deutschen Ärzteversicherung "Zahnarzt - was nun?" liefert hierzu Antworten und Entscheidungshilfen. Neben der Tätigkeit als angestellte Zahnärztin oder angestellter Zahnarzt werden die wichtigsten Aspekte der Niederlassung sowie der unterschiedlichen Praxisformen vorgestellt. Dazu gibt es Informationen zu Zulassungsvoraussetzungen und zur Frage der Neugründung oder Übernahme. Darüber hinaus werden rechtliche Aspekte und Fragen des Praxismarketing angesprochen und Themen wie Absicherung, Finanzierung und Vorsorge. Eine Linksammlung zu Zahnärztekammern, kassenärztlichen Vereinigungen und Berufsverbänden und ein Glossar zu den wichtigsten Begriffen runden das Angebot ab.

Direkter Kontakt zu Deinem Ansprechpartner.

Wir unterstützen die Initiative "2 Klicks für mehr Datenschutz" des Heise Verlags.

Facebook

Mehr als 600 Leuten gefällt zahniportal.de auf Facebook.

Junge Zahnmedizin in Deutschland

DENTS.DE ist das offizielle Internetportal des BdZA. Das Portal vernetzt und informiert junge Absolventen der Zahnmedizin bundesweit und begleitet sie in allen Fragen des Berufslebens – und darüber hinaus. » mehr

DENTS.DE Assistenzstellenbörse