. .

Vostellung Zahnmedizin Universität Bonn

Die ehemalige Bundeshauptstadt am schönen Rhein, auch bekannt als Beethovens Geburtsort, ist mit ca. 350.000 Einwohnern ein beliebtes Ziel vieler Studenten. Mit unzähligen Kneipen, Bars, einer sehr guten Infrastruktur und vielen Freizeitangeboten, gehört Bonn zu den attraktivsten Standorten Deutschlands. Weiterhin ist zu erwähnen, dass hier der berühmteste Gummibärchenhersteller beheimatet ist, der uns ein Leben lang Patienten garantieren wird. Die Zahnklinik, die 1959 neu errichtet wurde, gehört dank langwieriger Umbau- und Renovierungsmaßnahmen zu den modernsten Universitätskliniken Deutschlands. Sie genießt hohes internationales Ansehen und das nicht nur auf Grund zahnmedizinischer Berühmtheiten wie Kantorrowics, Schmuth, Häupl und Angle, um nur einige zu nennen.

Die Vorklinik

In der Vorklinik genießt man eine Ausbildung auf dem höchsten Niveau (echte Implantate am Phantom-modell, Klausuren am PC mit Direktergebnis etc.). Das Labor des Propädeutikkurses, der im ersten Semester angeboten wird, ist komplett ausgestattet. Noch eindruckdrucksvoller für alle ,,Hightech-Fans" ist die Einrichtung des Phantomraumes. Flachbildmonitore und Internetanschluss an jedem der 31 Arbeitsplätze können gegen ein Nutzungsentgelt von 100 € pro Semester genutzt werden, vorausgesetzt man wird in den Kurs hinein gelost.

Dank der großzügigen und unüberlegten Studentenverteilung der ZVS und den so genannten ,,Flüchtlingsstudenten" aus dem schönen Köln - frei nach dem Motto: zum Abfeiern bleibt man in Köln und zum Studieren wechselt man nach Bonn - und anderen Universitäten, bewarben sich im letzten Semester mehr als 60 Studenten für den genannten Kursus. In der Regel verliert man in der Vorklinik unverschuldet auf Grund mangelnder Plätze im Phantomkurs mindestens ein Semester. Hinzu kommen die Fächer Biochemie und Physiologie, die ebenfalls das eine oder andere Semester kosten können.

Zum Wintersemester 05/06 stellt die Uni Bonn auf Jahresrhythmus um, was wahrscheinlich zur Folge hat, dass sich die Bedingungen verschärfen und sich der Studentenstau erhöht. Der Propädeutikkurs soll im Wintersemester anlaufen, Phantom I in den Semesterferien und schließlich Phantom II im Sommersemester. Offiziell ist jedoch noch nichts bekannt.

Die Klinik

Der klinische Abschnitt beginnt mit dem Phantomkurs der Zahnerhaltung, der sich als die etwas größere Hürde als das Physikum entpuppt hat.

Für ein Nutzungsentgelt von 450 € genießt man eine gut betreute, aber zeitlich eng geschnürte und sehr harte Ausbildung.

Leider ist die Zahl der durchfallenden Studenten auch hier relativ hoch. Im Durchschnitt bestehen meist 75-80% der Studentinnen und Studenten den Kurs. Zusätzlich ist durch die großzügige Zulassung der ,,Flüchtlingsstudenten", die sich in Bonn eine bessere und einfachere Situation erhoffen, der Phantomkurs der Zahnerhaltung überdurchschnittlich belastet. Im Sommersemester 2005 kamen mehr als 60 Bewerber auf 32 Plätze. Das heißt, dass das Wintersemester 05/06 schon komplett mit den heraus gelosten Kandidaten des Sommersemesters 05 belegt sein wird. Hinzu kommt, dass man als Zweitwiederholer kein Anrecht mehr auf den Kurs besitzt; er muss die Uni Bonn verlassen und sein Glück anderswo versuchen. Insgesamt schreibt man neben der Eingangsklausur noch drei weitere Klausuren. Eine mehrmalige Teilnahme an einem Scailing-Kursus am Phantomkopf ist ebenfalls Teil der Ausbildung. Überhaupt ist der klinische Teil übersäht mit Eingangsklausuren in sämtlichen Kursen. Darüber hinaus können Präpariertestate (je nach Prof.) im Prothetikkurs - neben der schweren Eingangsklausur - den Studenten bei nicht bestehen ein Semester kosten.

Dank der Neusanierung sind die großen Behandlungsräume sehr patienten- und studentenfreundlich. Die Einheiten sind auf höchstem Niveau und es macht einfach Spaß, hier zu behandeln.

Die oralchirurgische Abteilung bietet den Studierenden neben Extraktionen am Patienten, Famulaturstunden des OP-I und OP-II, Notdienstfamulaturen, Patientenvorstellungen (Auscultando, Practicando I,II und III, donnerstags stattfindend) mehr als nur einen Einblick in die oralchirurgische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde.

Die MKG-Abteilung ist ebenfalls in der Zahnklinik vertreten, jedoch finden sämtliche Operationen im Universitätsklinikum am Venusberg statt. Famulaturstunden hierzu müssen im letzten klinischen Semester absolviert werden. Patientenvorstellungen finden immer montags statt.

Der Ausbildungsplan der KFO-Abteilung ist mit KFO-Technik, KFO I und II sehr praxisbezogen. In den letztgenannten Kursen werden mono- bzw. bimaxilläre Geräte für Patienten hergestellt, die dann eingesetzt werden.

Fazit

Man sollte sich als Student über eine Zulassung in Bonn glücklich schätzen, denn eine Ausbildung auf höchstem Niveau ist garantiert, nicht nur wegen der guten und modernen Ausstattung der gesamten Klinik, sondern auch wegen hoch qualifizierter Lehrkörper. Allerdings ist die Kapazitätsfrage unserer Meinung nach sehr schlecht gelöst und verwandelt sich mehr und mehr zum großen Problem. Studenten müssen mit Zeitverlusten von mehreren Semestern rechnen, sodass sie in bedrohliche Nähe der Studiengebühren geraten.

Kosten für Dinge

1. Semester Propädeutik 20€
3. Semester Phantomkurs I und II 100€ + 50€
6. Semester Phantomkurs der Zahnerhaltung 450€
7. Semester Kons I 200€
8. Semester Prothetik I 200€
9. Semester Prothetik II 200€
10. Semester Kons II 200€

Zu den Nutzungsentgelte und Materialkosten müssen die zusätzlich entstehenden Anschaffungskosten von Artikulator (Protar VII), Bohrer, Diamanten, Handsinstrumente, Bücher usw. addiert werden.

Vahid Saeedi
Universität Bonn

Wir unterstützen die Initiative "2 Klicks für mehr Datenschutz" des Heise Verlags.

Facebook

Mehr als 600 Leuten gefällt zahniportal.de auf Facebook.

Junge Zahnmedizin in Deutschland

DENTS.DE ist das offizielle Internetportal des BdZA. Das Portal vernetzt und informiert junge Absolventen der Zahnmedizin bundesweit und begleitet sie in allen Fragen des Berufslebens – und darüber hinaus. » mehr

DENTS.DE Assistenzstellenbörse