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Universität Witten/Herdecke

Univorstellung Witten/Herdecke

Viele haben sicherlich schon von einem Zahnmedizinstudium an der Universität Witten/Herdecke gehört. Um sich ein besseres Bild davon machen zu können, wie der Lehrbetrieb für zukünftige Zahnmediziner an der einzigen privaten deutschen Universität aussieht, möchten wir unsere Uni an diese rStelle einmal vorstellen.

Witten, die mit 103.000 Einwohnern größte Stadt im Ennepe-Ruhr-Kreis, liegt am südöstlichen Rand des Ruhrgebietes in unmittelbarer Nähe zu Dortmund und Bochum. Die Stadt selbst ist sicherlich keine typische ,,Studentenstadt", aber trotzdem auf Grund ihrer Lage interessant. Wohnungen sind in allen Preislagen zu mieten ­- das Mietniveau ist eher Mittelmaß. Obwohl die Universität die Ortsbezeichnung ,,Witten/Herdecke" im Namen führt und damit die Kooperation des Herdecker Krankenhauses mit unserer Universität zeigt, befindet sich der Campus selbst in Witten. Im Laufe des Studiums ist aber Mobilität gefragt, da Praktika und Seminare u.a. in Bochum, Dortmund, Hagen, Hattingen, Wuppertal und Bremen stattfinden. Eine Lehrveranstaltung in Herdecke gibt es zurzeit für uns Zahnmediziner nicht.

Jedes Jahr bewerben sich zwischen 150 bis 200 Interessenten für das immer im Oktober beginnende Erstsemester. Da es sich nicht um eine staatliche Institution handelt, läuft das Auswahlverfahren nicht über die ZVS. Zurschriftlichen Bewerbung gehört neben den üblichen Angaben (Zeugnisse, Lebenslauf, etc.) auch eine Selbstdarstellung. Überzeugt alles, bekommt man eine Einladung für den Bewerbungstag. Dieser setzt sich aus einem Gespräch und einem praktischen Test zusammen. In der Gesprächsrunde, bestehend aus einem Professor, einem Dozenten, einem Studenten des klinischen Studienabschnittes und natürlich des Bewerbers, geht es vor allem darum, diesen etwas kennenzulernen. Hier werden vorallem Fragen zur vorab geschriebenen Selbstdarstellung gestellt. Der praktische Test sieht jedes Jahr anders aus und ist ein gut gehütetes Geheimnis. Von den Bewerbern werden letztlich maximal 30 für einen Jahrgang ausgewählt.

Seit 1995 beteiligen sich Studierende mit einem finanziellen Beitrag an der Finanzierung und Sicherung der Universität. Um soziale Zugangsbeschränkungen zum Studium zu vermeiden und weiterhin die freiheitlichen Studienbedingungen in Witten/Herdecke zu gewährleisten, entstand damals von Studenten die Idee des ,,Umgekehrten Generationenvertrages". Als Zahlungsvarianten gibt es:

  • die einkommensabhängige Späterzahlung (x % auf y Jahre)
  • die hälftige Späterzahlung
  • die Fixbetragsorientierte Sofortzahlung

Nähere Informationen unter http://www.uni-wh.de oder http:/www.studierendengesellschaft.de

Vorklinik

Studienschwerpunkt bildet die zahnärztliche Propädeutik, geleitet von ZA Peter Palatka. Das einmal in der Woche stattfindende ganztägige Praktikum findet ab dem ersten Semester am Phantomkopf statt. Im Mittelpunkt stehen dabei ganz deutlich klinische Übungen wie das Präparieren. Doch auch zahntechnische Grundlagen, wie z.B. das Herstellen einer Brücke, von Gussfüllungen oder einer Totalprothese, werden in den ersten fünf Semestern gelehrt und praktisch umgesetzt. Um noch ausstehende Arbeiten zu beenden und selbstständig zu üben, kann der Raumschlüssel der beiden Phantomräume abends und über das Wochenende ausgeliehen werden. (Das Gleiche gilt für die Bibliothek, die 24 Stunden am Tag zugänglich ist.)

Ein Höhepunkt ist sicherlich die am Ende des vierten Semesters stattfindende Fahrt nach Bremen zu BEGO, wo eine Modellguss-Prothese hergestellt wird. Doch auch die theoretische Ausbildung kommt nicht zu kurz: zwei Vorlesungen bzw. Seminare pro Semester begleiten die praktischen Übungen, in denen Werkstoffkunde und klinische Themen erläutert werden. Am Ende jedes Semesters gibt es einen praktischen Prüfungskurs und eine theoretische Prüfung. Am Ende des zweiten Semesters muss die erste große Prüfung, das Vorphysikum abgelegt werden. Die bis dahin stattgefundenen Vorlesungen und Praktika in Biologie, Chemie und Physik bereiten auf die Prüfung vor. Ab dem dritten Semester starten dann die Vorlesungsreihen Physiologie und Biochemie. Auch hierwerden die in den Vorlesungen gelehrten Inhalte durch Übungen in Praktika unterstützt.

Die Vorlesungsreihen ,,Einführung in die Zahnheilkunde", ,,Orale Strukturbiologie" und ,,Innere Medizin" dienen der frühzeitigen Einbeziehung klinischer Ausbildungsinhalte innerhalb des vorklinischen Studienabschnitts. Anatomie durchzieht die gesamte Vorklinik. In jedem Semester steht ein Schwerpunkt an, angefangen von der Anatomie des Schädels über den Präparierkurs bis hin zur Histologie. Durch Prüfungen jeweils am Semesterende werden die Lehrinhalte überprüft.

Als Besonderheit sei die Vorlesungs- und Praktikumsreihe ,,Präventive Zahnheilkunde" zu nennen, die sich durch die gesamten fünf Semester der Vorklinik erstreckt. Hier werden Grundlagen der Ätiologie und Pathogenese der Karies, der Gingivitis und der Parodontitis theoretisch und praktisch gelehrt. Man kommt zum ersten Mal selbst an den Behandlungsstuhl und muss zunächst die Basics wie Befunderhebung und professionelle Zahnreinigung an Kommilitonen üben.

Am Ende des vierten Semesters erfolgt eine Abschlussprüfung: Jeder Student bekommt dabei einen ,,echten" Patienten zugeteilt, bei dem das Gelernte Anwendung findet und ein Behandlungsplan zu schreiben ist. Zusätzlich müssen im Rahmen dieses Kurses mehrere Famulaturstunden geleistet werden: Insgesamt muss jeder vorklinische Student 40 Famulaturstunden im zahnärztlichen Nacht- oder Wochenenddienst und 20 Assistenzstunden im ,,Integrierten Studentenkurs" (s.u.) leisten, damit die Scheinvergabe erfolgt.

Klinik

Die Lehrinhalte für den klinischen Studienabschnitt sind ebenso wie die für den vorklinischen Studienabschnitt in der Approbationsordnung festgelegt, sodass wir hier nicht auf die einzelnen Fächer eingehen werden.

Nicht ganz so verbreitet ist die praktische klinische Ausbildung in unserem ,,Integrierten Kurs", der eine räumliche und zeitliche Trennung der Kons- und Prothetikkurse aufhebt und eigentlich alle Fachbereiche der Zahnheilkunde integriert.

Die zu erbringenden Leistungen sind in einem Katalog zusammengefasst, der bis zum Staatsexamen abgearbeitet werden muss. Kurz vor Ende des zehnten Semesters tagt die Zulassungskonferenz. Sie setzt sich aus allen Mitgliedern der am ,,Integrierten Kurs" beteiligten Abteilungen zusammen und entscheidet unter Beurteilung der von den Studenten erbrachten klinischen Leistungen über die Zulassung zum Staatsexamen. Um dies zu gewährleisten, steht uns Studenten mit einigen kleinen Einschränkungen und mit Ausnahme von ca. fünf Wochen im Jahr (Weihnachten+ Staatsexamen) der ,,Integrierte Kurs" von montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr offen.

Bereits Ende des sechsten/Anfang des siebten Semesters beginnen wir mit der Behandlung von Patienten. Dabei sind alle Behandlungsschritte (z. B.Vorbehandlung, Chirurgie, Kons, Paro, Prothetik, Nachbehandlung) vorher in einem Behandlungsplan zu fixieren und mit einem der Zahnärzte/Oberärzteoder Professoren zu besprechen. Erst wenn dieser sein Okay gibt, kann mit der Behandlung begonnen werden. So kann es sein, dass je nach Befund bereits die ersten Patienten prothetisch zu versorgen sind. Interessant ist dabei, dass ein Patient die ganze Zeit über vom Studenten betreut wird und man so die gesamte Entwicklung mitgestaltet. Gearbeitet wird in neun ,,eigenen" Behandlungszimmern unter der Aufsicht eines Assistenten/Oberarztes. Zur speziel-len Fragestellung, z.B. in der Endodontie, Schienentherapie, Goldhämmerfüllung etc. kann zusätzlich eine Behandlung in Absprache mit den jeweiligen Dozenten durchgeführt werden, die sich ­ - falls gewünscht - ­ gerne zur Verfügung stellen. Es kommt auch durchaus mal vor, dass der Dekan während einer Behandlung herein kommt, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Was die Zahntechnik betrifft, befindet sich direkt im Campusgebäude ein Dentallabor, das in enger Zusammenarbeit mit uns für die Zahntechnik zuständig ist. Die kurzen Wege bringen dabei einen entscheidenden Vorteil, besonders wenn Probleme auftreten oder Absprachen getätigt werden müssen. Lediglich Situationsmodelle, individuelle Löffel, Einartikulieren und Präparationsgrenzen freilegen übernehmen wir Studenten.

Ein weiterer interessanter Aspekt stellt auch die Behindertenbehandlung dar, die sowohl theoretisch als auch praktisch (Praktika unter der Woche und samstags) gelehrt wird und den eigenen Horizont merklich erweitert. Diverse Praktika in der Oralchirurgie (am Campus) und der MKG (sowohl in Dortmund als auch in Bochum) geben einem neben der Assistenz auch die Möglichkeit, kleinere chirurgische Eingriffe unter Aufsicht durchzuführen. So kann man relativ zügig die zu erbringenden Leistungen in der zahnärztlichen Chirurgie (Extraktionen, Osteotomien, WSR) erarbeiten und darüber hinaus weiter Erfahrungen sammeln.

Während des Studiums werden internationale Erfahrungen im Rahmen von Austauschprogrammen, Projekten (z.B. in Gambia) und Praktika etc. gefördert, persönliches Engagement vorausgesetzt. Dabei stehen einige internationale Partneruniversitäten sowohl inEuropa als auch in Amerika zur Auswahl. Die Quote derer, die aber tatsächlich den Sprung ins Ausland wagen - ­sei es für einige Wochen oder aber auch für ein ganzes Semester - ­ist momentan noch eher gering.

Insgesamt lässt sich sagen, dass sehr angenehme Arbeitsbedingungen herrschen, auch wenn die Anforderungen sehr hoch sind und das zeitliche Engagement öfter auch mal 60 Stunden in der Woche übersteigen kann. Man rennt hier, bildlich gesprochen, selten gegen geschlossene Türen.

Einmalig für ein Zahnmedizinstudium in Deutschland ist die Integration des ,,Studium Fundamentale", welches eine Zusatzausbildung in den geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächern und in den Künsten darstellt. Jeder Student an der Universität Witten/Herdecke, gleich ob er nun Zahnmedizin oder Wirtschaft studiert, hat donnerstags mindestens einen Studium-Fundamentale-Kurs seiner Wahl zu belegen. Die Auswahl und das Spektrum an angebotenen Kursen ist sehr vielseitig und wechselt teilweise von Semester zu Semester.

Martin Pottbrock
Christian Grundmann
Universität Witten-Herdecke

Wichtige Adressen und Kontaktinformationen rund um das Zahnmedizinstudium an der Uni Witten/Herdecke:

Adressen und Öffnungszeiten

  Adresse Telefon Links
Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Dr. Aliye Akcali
Oberärztin
Fakultät für Gesundheit (Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde)
(Lehrstuhl für Parodontologie)
Alfred-Herrhausen-Straße 45
58455 Witten
Raum: 1. OG ZBZ


Tel. +49 (0)2302 / 926-681
E-Mail
Weblink
Zahnklinik Zahnklinik der Universität Witten/Herdecke
Alfred-Herrhausen-Straße 45
58455 Witten
Tel.: 02302 / 926-600 Weblink
Studienberatung Sylvia Hölz Tel.: 02302 / 926-656 EMail
Weblink
Fachschaft Fachschaft Zahnmedizin
Alfred-Herrhausenstr. 50
58448 Witten
  EMail
Bafög-Amt Hochschulwerk Witten/Herdecke e.V.
Alfred-Herrhausen-Straße 50
58455 Witten
Tel. (0)2302/926-840 EMail

 

Informationen zum Zahnmedizinstudium ohne Abitur an der Uni Witten/Herdecke findet ihr hier.


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Universität Witten/Herdecke

Alfred-Herrhausen-Straße 50
58448 Witten
Deutschland

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Fax: +49 2302 926-407
public@uni-wh.de
http://www.uni-wh.de

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