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Beurteilung und Behandlung der fertigen Abformung

Nach der Entnahme aus dem Mund wird die fertige Alginatabformung unter fließendem Wasser von Speichelresten gesäubert und auf ihre Brauchbarkeit untersucht. Die Zahnreihen und ebenso relevante zahnlose Kieferabschnitte müssen vollständig erfasst sein.

Luftblasen im Bereich der Okklusalflächen stellen sich auf dem fertigen Modell als Gipsperlen dar und verhindern die exakte Zuordnung der Modelle. Bei der Abformung von Schwebebrücken oder weit offenen Interdentalräumen kann es zum Ausreißen des Alginats in den untersichgehenden Gebieten kommen.

Dies führt zur Unbrauchbarkeit der Abformung. In solchen Fällen sollte man vor der Abformung die untersichgehenden Gebiete mit zähplastischem Silikon oder mit Wachs ausblocken.

Ist die Abformung gelungen, sollte sie umgehend ausgegossen werden, weil das Alginat bei Luftlagerung durch Verdunsten von Wasser schrumpft. Bei Wasserlagerung kommt es durch Wasseraufnahme zur Quellung.

Vor dem Transport in das zahntechnische Labor wird die Abformung so beschnitten, dass kein Abformmaterial über den dorsalen Löffelrand hinausreicht. Ist dies nicht möglich, ohne die Qualität der Abformung zu mindern, muss die Abformung mit der Öffnung nach unten gelegt werden, weil sonst die Gefahr besteht, dass sich das Abformmaterial im dorsalen Bereich vom Löffel löst.

Für den Transport in das zahntechnische Labor sollte die Alginatabformung zusammen mit einem feuchten Zellstofftuch in einen fest verschließbaren Plastikbeutel gegeben werden. Das Tuch erhöht die Luftfeuchtigkeit im Beutel und verhindert die vorzeitige Austrocknung der Abformung.

Da die Alginatabformung am besten innerhalb von 30 Minuten ausgegossen sein muss, um ein ausreichend genaues Modell zu erhalten, ist es empfehlenswert, die weitere Bearbeitung direkt in der Praxis vorzunehmen. So geht durch den Transport in ein Dentallabor nicht zusätzlich Zeit verloren. Das gilt nicht für die neuen Alginate, die bis zu fünf Tage lagerfähig sind.


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