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Micro-Degrees und Badges als digitale Zusatzqualifikationen

Bild: Freerangestock / Jack Moreh

Vor dem Hintergrund der seit dem Frühjahr Pandemie-bedingt weitgehend digital durchgeführten Hochschulsemester hat die Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) gestern eine Empfehlung zu „Micro-Degrees und Badges als Formate digitaler Zusatzqualifikation“ verabschiedet.

Micro-Degrees sind kleinste Studieninhalte, die idealerweise so formalisiert sind, dass sie in ein Studium integriert werden können. Mit den Badges können Studierende sichtbar machen, dass sie bestimmte Kompetenzen in formellen und auch informellen Kontexten erworben haben. Das HRK-Papier setzt sich damit auseinander, inwieweit Micro-Degrees und Badges für die digitale Lehre im deutschen Hochschulsystem nützlich sind.

„Beide sind innovative Formate für die Lehre, die viel Potenzial haben, aber auch ihrem Wesen nach Probleme mit sich bringen“, erklärte HRK-Präsident Professor Dr. Peter-André Alt im Anschluss an die Mitgliederversammlung. Für die Hochschulen gehe es darum, sich proaktiv mit der Ambivalenz von Micro-Degrees und Badges auseinanderzusetzen.

„Micro-Degrees und Badges sollten auf der Grundlage der am jeweiligen Hochschulprofil ausgerichteten Strategie eingesetzt werden“, so die Empfehlung von Professorin Dr. Monika Gross, HRK-Vizepräsidentin für Digitalisierung und wissenschaftliche Weiterbildung, die das HRK-Papier federführend vorbereitet hatte. Für entsprechende Angebote kämen vor allem die Phase direkt vor und nach dem Studienbeginn und die wissenschaftliche Weiterbildung in Betracht. Sie könnten auch in der Fortbildung des Hochschulpersonals und im Marketing der Hochschule eingesetzt werden. Wegen der Ressourcenintensität sei es ratsam, Kooperationen mit anderen Hochschulen oder externen Partnern zu suchen.

„Hochschulbildung ist aber nur bis zu einer gewissen Grenze in Kleinstteile zerlegbar, weil die Gesamtqualifikation nicht allein die Summe von Einzelnachweisen ist“, so Gross. Insbesondere erwachse die akademische Persönlichkeitsbildung nur durch längere inhaltliche Auseinandersetzung mit komplexen fachlichen Inhalten und durch stetige Face-to-Face-Interaktion mit Lehrenden sowie Kommilitoninnen und Kommilitonen.

HRK-Präsident Alt: „Micro-Degrees und Badges können nur eine sinnvolle Ergänzung der sonstigen curricularen Angebote sein, wenn wir den Charakter von Hochschulbildung erhalten wollen.“

Die Grundidee von Micro-Degrees besteht darin, dass Studieninhalte in Kleinstteile zerlegt und auch wieder zusammengesetzt werden können, wobei formalisierte Grade angestrebt werden. Micro-Degrees können als Auszeichnungen für voraussetzungslos zugängliche Angebote den Einstieg in einen Studiengang erleichtern, Berufstätige an wissenschaftliche Inhalte und Methoden bzw. internationale Studierende an das deutsche Hochschulsystem heranführen sowie Ergänzungsqualifikationen für Weiterbildungsinteressierte anbieten.

Badges sind hingegen eher informell ausgerichtet: Sie machen vor allem Kompetenzen sichtbar, die im Rahmen des Curriculums oder außerhalb erworben werden. Mit Badges können beispielsweise Prüfungsergebnisse, Hausarbeiten, Auszüge eines E-Portfolios und vor allem Schlüsselkompetenzen wie Umgang mit digitalen Daten, soziales Engagement, Projekterfahrungen, Sprachkenntnisse sowie interkulturelle Erfahrungen dokumentiert werden.

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