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Wirtschaftliche Lage der Studierenden in der Pandemie: Licht und Schatten

Bild: Pixabay / Ramdlon

Die gestern vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) veröffentlichten, neuen Daten zur Studienfinanzierung und Erwerbssituation der Studierenden im Pandemie-Sommersemester 2020 bewertet das Deutsche Studentenwerk (DSW) differenziert. Es sieht „Licht und Schatten“.

Das DZHW resümiert in seinem neuen „DZHW-Brief 9/2020“ die wichtigsten Ergebnisse aus einer im Sommersemester 2020 unter Pandemie-Bedingungen durchgeführten, bundesweiten Befragung von rund 28.600 Studierenden an 23 Hochschulen.

Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), kommentiert die Zahlen:

„Wir sehen Licht und Schatten. Erfreulich ist, dass für den Großteil der Studierenden die Pandemie ihr Studium nicht grundsätzlich gefährdet, und dass zumindest die Absicht, das Studium abzubrechen, nicht generell erhöht ist.

Es zeigt sich, dass die Studierenden finanzielle Einbußen durch Corona vor allem dadurch kompensieren, dass entweder eigene Ersparnisse anzapfen oder im privaten Umfeld, etwa von der Familie oder Verwandten, finanziell stärker unterstützt werden. Die Unterstützungsleitung der Eltern ist auch in der Pandemie nach wie vor relativ stabil.

Unter Schatten muss man sicher subsumieren, dass sich die finanzielle Lage von 37% der erwerbstätigen Studierenden verschlechtert hat. Allerdings fanden diese jobbenden Studierenden auch wieder Erwerbsmöglichkeiten, zumindest im Sommer. Mit zunehmender Dauer der Pandemie scheint auch der Anteil von Studierenden zu wachsen, die zumindest beabsichtigen, die Überbrückungshilfe der Bundesregierung zu beanspruchen, welche die Studentenwerke seit November 2020 wieder umsetzen.

Sorgen bereitet uns, dass die Pandemie Studierende aus Nicht-Akademiker-Familien wirtschaftlich härter trifft; für sie ist die Finanzierungssituation im Vergleich zu Studierenden aus Akademiker-Familien schwieriger, und sie denken auch häufiger über einen Studienabbruch nach.

Wir als Deutsches Studentenwerk haben im Zusammenhang mit der Überbrückungshilfe wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass es eine Gruppe von Studierenden in dauerhaft prekärer Lage gibt, für die wir eine Reform der staatlichen Studienfinanzierung benötigen.

Auch internationale Studierende sind von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie härter betroffen – einmal wegen der schwierigeren Jobsituation in Deutschland, dann auch wegen der wirtschaftlichen Lage in ihren Herkunftsländern.

Als jugend- und gesellschaftspolitisch problematisch sehe ich, dass rund 10% der Studierenden im Sommer zu ihren Eltern zurückgezogen sind. Als kurzfristige Reaktion im digitalen Semester und zur Reduzierung von Kosten ist das nachvollziehbar, aber es steht der in dieser Lebensphase notwendigen eigenständigen Persönlichkeitsentwicklung nun einmal entgegen.“

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