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Wissenschaftskompetenz als Grundlage für Patientenversorgung und medizinische Forschung

Bild: Freerangestock / Jack Moreh

Wissenschaftliches Arbeiten ist eine ärztliche Kernkompetenz. Wie kann diese Fähigkeit im Medizinstudium und während der Promotion erworben und gestärkt werden? Dieser Frage widmet sich das Diskussionspapier „Die Bedeutung von Wissenschaftlichkeit für das Medizinstudium und die Promotion“, das die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Medizinische Fakultätentag (MFT) heute veröffentlicht haben. Die Autorinnen und Autoren zeigen, wie das Medizinstudium in diesem Kontext weiterentwickelt werden kann. Profitieren würden davon die medizinische Forschung und die Patientenversorgung gleichermaßen.

Wissenschaftliches Arbeiten als eine Kernkompetenz angehender Ärztinnen und Ärzte muss allen Medizinstudierenden über den gesamten Bildungsverlauf im Studium, während der Promotion und in der Weiterbildung vermittelt werden. Aufgrund der hohen ärztlichen Verantwortung muss das Medizinstudium eine wissenschaftliche Ausbildung sein. Der stetige und rasche Fortschritt in Wissenschaft und Forschung und die ständig steigenden technologischen Herausforderungen, die der Arztberuf mit sich bringt, erfordern ein fundiertes, wissenschaftlich-analytisches und evidenzbasiertes Handeln. „Praktische Forschungserfahrungen und die kritische Reflexion von wissenschaftlichen Ergebnissen muss jeder Arzt vorweisen, gerade auch in der alltäglichen Versorgungspraxis. Eine solche wissenschaftliche Medizinausbildung gibt es nur im Dreiklang von Lehre, Forschung und Krankenversorgung, d.h. innerhalb der Hochschulmedizin“, betont Prof. Dr. Matthias Frosch, Mitautor und MFT-Vizepräsident. Die Verankerung von Wissenschaftskompetenz und die Ausbildung zum wissenschaftlichen Arbeiten im Curriculum muss zunächst als Vermittlung wissenschaftlicher Grundprinzipien und Methoden erfolgen.

„Stärker forschungsinteressierte Studierende benötigen zusätzliche Angebote und Strukturen, um bereits während des Studiums, aber auch im Anschluss wissenschaftlich arbeiten zu können“, sagt Martin Lohse, Mitautor und Vizepräsident der Leopoldina. Wichtig seien entsprechende Zielpositionen, Förderinstrumente und ein Mentoringsystem. „Diese Voraussetzungen müssen teilweise neu geschaffen werden. Damit Deutschland weiterhin den medizinischen Fortschritt mitgestalten kann, müssen wir deutlich mehr junge Menschen für die Forschung gewinnen und geeigneten Nachwuchs frühzeitig dafür begeistern und fördern“, sagt Lohse.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Medizinische Fakultätentag (MFT), der Zusammenschluss der 38 Medizinischen Fakultäten, haben sich mit den Themenbereichen Wissenschaftlichkeit und Promotion in der Medizin bereits in der Vergangenheit befasst. In dem Autorenpapier werden aktuelle Diskussionen aufgegriffen und konkretisiert.

Das Diskussionspapier „Die Bedeutung von Wissenschaftlichkeit für das Medizinstudium und die Promotion“ ist auf den Webseiten der Leopoldina und des MFT abrufbar.

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