Erste Zahnarztpraxis für Obdachlose in Deutschland eröffnet
Osnabrück (ddp-nrd). In Osnabrück ist am Mittwoch die erste Zahnarztpraxis für Obdachlose in Deutschland eröffnet worden. Laut Caritasverband Osnabrück können sich in dem «Zahn und Zahn» genannten Projekt notleidende Menschen kostenlos von ehrenamtlich tätigen Zahnärzten beraten und behandeln lassen. Die Praxiseinrichtung wurde hauptsächlich durch Spenden finanziert. Die Praxis ist den Angaben zufolge die erste eines Sozialverbandes in Deutschland.
Die Idee für die Zahnarztpraxis hatte die Osnabrücker Zahnärztin Elisabeth Unger. In ihrer Praxis behandle sie mit zwei anderen Ärzten schon seit Januar 2008 Obdachlose, sagte sie. «Diese Menschen können sonst nicht zum Zahnarzt gehen, weil sie keine Versicherung haben und sich schämen», sagte Unger auf der Einsegnungsfeier mit Bischof Franz-Josef Bode.
Caritas-Projektleiter Markus Liening betonte, dass die in einem ehemaligen Franziskanerkloster untergebrachte Zahnarztpraxis keine «Parallelwelt» zur bestehenden Gesundheitsstruktur darstellen solle. Vielmehr sei das Ziel, Menschen in schwierigen Situationen durch soziale Maßnahmen wieder in den Arbeitsmarkt und in normale Zahnarztpraxen zurück zu bringen.
