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Gut vorbereitet in die Prüfung

Die Systeme der Verwaltung von zahnmedizinischen Prüfungsprotokollen sind komplex und können sich je nach Uni, Kurs oder Semester unterscheiden. Häufig bedeutet die Protokollverwaltung viel Arbeit für die Fachschaften, und auch die Motivation für das Schreiben der Protokolle lässt mancherorts zu wünschen übrig. Das Team vom Zahniportal will hier eine Hilfestellung bieten und stellt neben vielen Tipps und Antworten zum Thema Prüfungsprotokolle auch eine Plattform zur Verfügung, auf der ihr Protokolle hochladen, austauschen oder abrufen könnt.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Prüfungsprotokolle findet ihr kurz und knackig auch im FAQ

Prüfungsprotokolle - ein unverzichtbarer Bestandteil im Zahnmedizinstudium

In welche Richtung fragt der Prüfer, wie streng oder wie lax wird bewertet, gibt es Schikanen oder aufmunternde Worte? Die Protokolle derjenigen, die das Ganze schon hinter sich haben, können hier Antworten geben und damit zum Teil entscheidend zum Prüfungserfolg der nachrückenden Semester beitragen. Sie sind „so wichtig wie die Randständigkeit einer Endo“, hat eine zahnmedizinische Fachschaft dem zahniportal-Team mitgeteilt. 

Bei der Erstellung der Protokolle gilt das Solidaritätsprinzip: Jeder, der von den Protokollen älterer Semester profitieren möchte, sollte auch bereit sein, eigene Protokolle anzufertigen. Oft genügt dafür eine freiwillige Selbstverpflichtung jedoch nicht – da nur Bares Wahres ist, wird die Motivation zum Protokolle schreiben an einigen Unis mit einem Pfandsystem erhöht. 

So unterschiedlich wie die Prüfungen sind auch die Protokolle: Mal handelt es sich dabei um alte Klausuren, mal um kurze Stichworte zu den Lieblingsfragen der einzelnen Prüfer und mal sind es ausführliche Schilderungen des Prüfungsablaufs. Gemanagt wird die Protokollverwaltung in der Regel durch die Fachschaft oder die Semestersprecher. Einige Fachschaften setzen hier auf ein Online-System, andere auf ein manuelles Kopien- und Ordnersystem. Zum Teil etablieren sich auch an einer Uni bei verschiedenen Semestern unterschiedliche Systeme. An wenigen Unis gibt es gar kein System. Vielleicht finden die studentischen Vertreter dieser Unis hier ein paar Anregungen, um auch an ihrer Uni die Prüfungsvorbereitung zu optimieren. 

Protokollverwaltung: Online-Bereitstellung durch die Fachschaft

Die zahnmedizinische Fachschaften in Aachen und in Göttingen vergeben Zugänge, mit denen die Protokolle online abgerufen werden können.  An beiden Unis wird der Zugang nur durch ein Pfand von etwa 20 Euro ermöglicht. Das Pfand erhält man zurück, wenn man selbst ein Prüfungsprotokoll geschrieben und es der Fachschaft zu Verfügung gestellt hat. In Ulm genießen Studenten den Luxus, sich ohne das Einzahlen eines Pfands die Protokolle im Downloadbereich der Homepage der Fachschaft herunterladen zu können. Das Hochladen von eigenen Dokumenten ist hier auch mit wenigen Klicks erledigt. 

Vorteil der Online-Bereitstellung ist, dass bei einer guten Pflege der Portale die aktuellen Protokolle allen Prüflingen jederzeit zur Verfügung stehen – auch wenn das Fachschaftsbüro geschlossen hat, der Kopierer defekt ist oder man vielleicht selbst krank zu Hause sitzt. Für die Studenten ist ein Online-System also sehr bequem – für die Fachschaft oder den Semestersprecher kann es aufwändig sein. Die oft handschriftlichen Protokollen müssen eingescannt, hochgeladen, verlinkt, getaggt werden, und das Webportal muss regelmäßig angepasst oder gar neu eingerichtet werden. Die richtige Dateibenennung und das Anlegen einer intelligenten Ordnerstruktur sind eine weitere Hürden, die genommen werden müssen, um zu gewährleisten, dass die Protokolle auch jederzeit wiedergefunden werden können.  

An diesen Unis gibt es ein von Studentenvertretern verwaltetes Online-System:

  • Mainz 
  • Göttingen 
  • Greifswald
  • München 
  • Rostock  

Protokollverwaltung: Kopiervorlagen gegen Pfand

Am verbreiteten bei der Protokollverwaltung ist noch immer das Anlegen von Kopiervorlagen. Die Protokolle werden ähnlich wie bei der Online-Bereitstellung in den Fachschaften oder von den Semestersprechern gesammelt – allerdings nicht auf dem Server, sondern im guten alten Leitz-Ordner. Gegen Pfand (20,-  bis 100,- Euro, je nach Uni) können sich die angehenden Prüflinge hier die Prüfungsprotokolle besorgen. Das Pfand gibt es erst zurück, wenn ein eigenes Protokoll geschrieben wurde. Oft ist die Pfandrückgabe an weitere Bedingungen geknüpft: So muss das Protokoll einem bestimmten qualitativen Standard entsprechen, der von der Fachschaft überprüft wird, und/oder innerhalb eines gewissen Zeitraums abgegeben werden. Die Protokolle werden zwar auch danach dankend entgegengenommen, allerdings gibt es dann das Pfand nicht zurück.

Der Vorteil an diesem System ist, dass die Archivierung verhältnismäßig unkompliziert ist: Kopieren, nach Prüfung sortieren, einheften, fertig. Der Nachteil liegt auf der Hand: Die Studenten sind bei der Beschaffung ihrer Protokolle abhängig von den Öffnungszeiten des Fachschaftsbüros. Die Suche nach den Protokollen ist nur nach dem Ordnungssystem der Hefter möglich, andere Suchparameter können nicht angewendet werden. Abgesehen von dem Platz, den die dicken Ordner im meist nicht sonderlich großzügigen Fachschaftsbüro einnehmen, ist das Wühlen in den Heftern nicht mehr wirklich zeitgemäß. Zudem können auf diesem Weg archivierte Protokolle auch verloren gehen! 

Diese Unis verwalten ihre Prüfungsprotokolle in Ordnern: 

  • Regensburg 
  • Jena 
  • Göttingen 
  • Freiburg 

Hier könnt ihr online Protokolle tauschen:

  • Zahniportal: Hier gibt es Protokolle von allen Prüfungen und Beschreibungen der Ansprüche der Prüfer. Im Zahniportal könnt ihr auch anonym Prüfungsprotokolle einstellen.
  • MediLearn: Prüfungsprotokolle für den medizinischen Bereich zum Physikum gibt es manchmal auch bei MediLearn im Forum. Die Prüfungen überschneiden sich teilweise mit der Zahnmedizin, so dass die Protokolle auch für die Zahnmedizin interessant sein könnten. 
  • Foren und Facebook: Was für die Koffer gut genug ist, soll für die Protokolle kein Schaden sein - Im Zahniportal findet ihr eine Liste mit Facebookgruppen und Foren eurer Unis, auf denen ihr Dokumente tauschen könnt 

Protokollverwaltung per Eigendynamik

An einigen Unis nehmen die Zahnis die Verwaltung der Prüfungsprotokolle auch einfach selbst in die Hand, indem sie in Foren und Communities mal mehr, mal weniger formal ihre Prüfungsprotokolle austauschen. Ein Prüfungsprotokoll kann hier auch einfach ein Forumspost über fünf Sätze sein, in dem Atmosphäre, Prüfer, Fragen und Note kurz berichtet werden. 

So sind z.B. die Zahnis in Hannover auf solche Protokolle angewiesen: Sie werden hier entweder ins Forum der Fachschaft, in das Uni-Portal der MHH oder auf geschlossenen Facebookgruppen gepostet. Auch in Köln und München werden die Protokolle einfach innerhalb des Semesters auf der Webseite, in Foren oder als Kopien weitergereicht. Es gibt dann weder ein Pfandsystem noch eine Archivierung durch die Fachschaft. Auch ohne ein einheitliches System nimmt sich häufig der Semestersprecher des Themas an und leitet Informationen zu den Protokollen weiter. 

An diesen Unis braucht es für das Beschaffen der Protokolle viel Eigeninitiative: 

  • Würzburg 
  • Tübingen 
  • Dresden 
  • Düsseldorf 

Zeitfresser Prüfungsprotokolle?

Die Bedeutung von Prüfungsprotokollen für einen erfolgreichen Verlauf des Zahnmedizinstudiums ist nicht zu unterschätzen. Auch wenn man natürlich nie davor gefeit ist, dass der Prüfer aus seinem gewohnten Themen-Portfolio ausbricht, bieten sie doch eine hilfreiche Unterstützung bei der Vorbereitung darauf, was einen letztlich in der Prüfungssituation erwartet. 

Ein durchdachtes System zum Austausch von Prüfungsprotokollen sollte also idealerweise den Aufwand für die Fachschaft so gering wie möglich halten und gleichzeitig von hohem Nutzen für die Prüflinge sein. Das Team des zahniportals hat im Austausch mit vielen zahnmedizinischen Fachschaften herausgefunden, dass eine Datenbank mit Multiple-Choice-Fragen, sortiert nach Professor und Fach, ein Durchsuchen der digitalisierten Protokolle nach Stichworten, eine Exportfunktion in verschiedene Dateiformate oder eine automatische Benachrichtigung darüber, welche neuen Protokolle bereitstehen, Dinge sind, die hinsichtlich einer Verwaltung von Prüfungsprotokollen wünschenswert wären. 

Auch das Schreiben und Einreichen der Protokolle kann optimiert werden: So lässt sich ein strukturierter Online-Fragebogen einfacher ausfüllen als ein leeres Blatt – und ein solcher Fragebogen fragt genau die Informationen ab, die den angehenden Prüflingen wirklich weiterhelfen.  Für den Fall, dass ein Professor die Uni wechselt, könnten mit einem digitalen System auch andere Fachschaften unkompliziert auf diese Daten zugreifen, anstatt mit ihrer eigenen Dokumentation für diesen Prüfer bei null zu beginnen.

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