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Silikone

Man beschreibt Silikone als eine Gruppe von synthetischen polymeren Verbindungen, die Siliziumatome, Sauerstoffatome sowie organische Reste enthalten. In der Zahnheilkunde werden diese Stoffe bei der Abformung eingesetzt. Sie sind lösungsmittelresistent, biologisch gut verträglich, wasserabweisend und weitgehend temperaturunempfindlich.

Silikone sind die vielseitigsten Abformmaterialen: Sie sind sowohl zur Abformung präparierter Zähne sowie zur Darstellung von Schleimhautarealen geeignet und können uneingeschränkt desinfiziert werden.

In der Zahnheilkunde werden zwei verschiedene Silikontypen als Abformmaterialien genutzt. Dabei handelt es sich um kondensationsvernetzende (K-Silikon) und additionsvernetzende (A-Silikon) Materialien.

Beim K-Silikon führt die unvermeidliche Verdunstung des Alkohols zu einer Verringerung des K-Silikons. Mit heutigen K-Silikonen genommene Abformungen können bereits problemlos über Nacht gelagert werden. Um der Alkoholverdunstung vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Abformung zusammen mit einer in Alkohol getränkten Watterolle in einen verschlossenen Beutel zu geben.

Abformungen auf A-Silikon-Basis sind hingegen unbegrenzt lagerfähig. Der größte Nachteil der A-Silikone besteht in der ihnen eigenen genuinen Hydrophobie, die allerdings heute durch oberflächenaktive Zusätze stark abgemildert ist.

Heute hat die Qualität der Silikon-Abformmaterialien einen so hohen Standard erreicht, dass Passungenauigkeiten des daraus gewonnenen Modells in der Regel auf Verarbeitungsmängel zurückzuführen sind.

Silikone sind von Natur aus wasserabweisend, was im feuchten Mundhöhlenmilieu häufig sehr nachteilig ist und die Genauigkeit entsprechend negativ beeinflusst. Aus diesem Grund beziehen sich Fortentwicklungen dieser Materialien darauf, dass sie durch entsprechende Zusätze wasserfreundlich gemacht werden.

Festzuhalten bleibt, dass additions- und kondensationsvernetzende Silikone in der Zahnmedizin unerlässlich für die genaue Abformung der Zahnreihen und der Kiefer sind.

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