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Gut vorbereitet ins Staatsexamen

Nach fünf Jahren als Studierender der Zahnmedizin beginnt mit dem Zahnärztlichen Staatsexamen die Zeit des langersehnten Umbruchs. Der Examensstress folgt mehr oder minder nahtlos auf das 10. Semester. Im folgenden stellen wir euch einige Strategien vor, die dabei helfen, euch konstruktiv auf den krönenden Abschluss des Zahnmedizinstudiums vorzubereiten. Je nachdem wie die Prüfungstermine datiert sind, lässt sich im besten Falle etwa vier Monate lang entspannt lernen. 

Aufbau des Staatsexamens

Das Zahnärztliche Staatsexamen besteht aus den Prüfungen in zahnärztlichen und nicht-zahnärztlichen Fächern. In der Regel werden die zahnärztlichen Fächer zuerst geprüft. Praktische Prüfungen stehen in der konservierenden und der prothetischen Zahnheilkunde an, der Rest wird mündlich geprüft – hier sind gute Nerven gefragt.

Die Prüfungen in den zahnärztlichen Fächern werden vornehmlich nach den Behandlungstagen abgehalten, die in den nicht-zahnärztlichen Fächern finden meist nach den praktischen Prüfungen statt. Die Prüfungen an sich dauern circa zwei Stunden für die gesamte Prüfungsgruppe. Wie die Prüfung verläuft, hängt vom Stil des Prüfers ab. Entweder erhalten die Prüflinge nacheinander ihre Fragen, oder aber es werden sogenannte „Fragerunden“ abgehalten. Das bedeutet, dass in der ersten Runde jedem Prüfling zunächst eine Frage gestellt wird, und in den nächsten Runde ebenfalls.

Gewichtung der Fächer

Die Gewichtungen der jeweiligen Fächer variiert stark, so dass ein Blick in die nachstehende Übersicht nützlich bei der Prüfungsvorbereitung sein kann: 

  • Allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie x3 
  • Pharmakologie x1 
  • Hygiene, medizinische Mikrobiologie und Gesundheitsfürsorge x2 
  • Innere Medizin x3 
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten x1 
  • Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten x1 
  • Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten x5 
  • Chirurgie I (Große Chirurgie) x1,25
  • Chirurgie II (Kleine Chirurgie) x1,25
  • Neurochirurgie x1,25
  • Radiologie x1,25 
  • Zahnerhaltungskunde x2,5 
  • Kinderzahnheilkunde x1,25 
  • Parodontologie x1,25 
  • Zahnersatzkunde x5
  • Kieferorthopädie x3 

Die Noten der jeweiligen Prüfung werden mit dem Gewichtungsfaktor multipliziert. Der Punktwert, der sich auf diese Weise zum Ende des Staatsexamens ermitteln lässt, legt die Endnote fest. Auch, wenn eine Prüfung also mal nicht so verlaufen ist, wie man es sich gewünscht hätte, sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern sich auf die nächste Prüfung konzentrieren.

Prüfungsvorbereitung

Bis zum Staatsexamen habt ihr das Zahnmedizinstudium als sehr verschult erlebt – die Zeit des Staatsexamens ist erfrischend anders. In diesen vier Monaten könnt ihr euch eure Zeit frei einteilen, was Segen, aber auch Fluch sein kann. Besonders in der ersten Lernphase bemerken viele, dass die Selbstständigkeit zum Lernen abhanden gekommen ist und eine gewisse Struktur das Lernen erleichtern würde. Das Bilden von Prüfungsgruppen oder das Lernen in der Bibliothek sind vor diesem Hintergrund mehr als sinnvoll!

Prüfungsgruppen bilden

An den meisten Unis besteht die Möglichkeit, innerhalb eines Semesters Prüfungsgruppen zu bilden. Wahrscheinlich habt ihr bereits im Vorphysikum und Physikum in Prüfungsgruppen gelernt. Auch zum Examen sind solche Gruppen, die üblicherweise aus drei bis vier Studierenden bestehen, sehr hilfreich. Das gemeinsame Lernen für die Prüfungen in solchen Gruppen ist ratsam, da die Prüfer, insbesondere in den nicht-zahnärztlichen Fächern, oft ihre Themenschwerpunkte vorher bekannt geben oder diese aus Prüfungsaufzeichnungen hervorgehen. In der Gruppe kann man sich gut motivieren, das Gelernte repetieren und Probleme gemeinsam lösen.

Prüfungsprotokolle besorgen

Wie und was fragt der Prüfer? Prüfungsprotokolle älterer Semester verraten oft genau das. Diese Prüfungsaufzeichnungen und Skripte sind über die Fachschaften erhältlich. Je nach Fachschaft schwanken zwar Repertoire und Qualität der Aufzeichnungen – die Altprotokolle geben jedoch meist gut Auskunft darüber, welche Themen dem Prüfer wichtig sind und wie der jeweilige Prüfungsstil ist. Unverzichtbar zur Prüfungsvorbereitung!

Mehr zum Thema: 
  • Übersicht über die Möglichkeiten der Protokollverwaltung
  • Fragen und Antworten zu Prüfungsprotokollen

Lernen statt Putzen

Wer kennt das nicht: Die Wohnung ist blitzeblank, doch bei der Prüfungsvorbereitung sieht es mau aus. Die Universitäten bieten z.B. in Bibliotheken und Lernsälen viele Räumlichkeiten zum Lernen an. Die ruhige Atmosphäre lädt zum Lernen ein und der Staubsauger ist weit genug entfernt um nicht als Fluchtobjekt zu dienen. Darüber hinaus wirkt sich die Aura anderer Lernenden meist magisch auf die eigene Konzentration aus. 

Falls es in der Bibliothek doch einmal zu laut werden sollte, kann man sich mit Ohrenstöpseln, z.B. solchen aus Wachs und Silikon, behelfen. Konzentrationsfördernd wirkt beizeiten auch klassische oder zumindest rein instrumentelle Musik über gut abgeschirmte Kopfhörer. 

In diesem Sinne: Viel Erfolg beim Staatsexamen!

Autorin: Mila Greiwe, Stand: 1.12.14

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