Vorstellung Zahnmedizin Universität Tübingen
An dieser Stelle wollen wir einmal die Möglichkeit nutzen, das kleine beschauliche Tübingen vorzustellen. Die Universitätsstadt am Neckar liegt eingerahmt von Weinbergen am Fuße der Schwäbischen Alb etwa 40 km südwestlich von Stuttgart.
Mit über 25.000 Studierenden ist das Studentenleben hier zu Semesterzeiten und unter der Woche recht quirlig. Am Wochenende und in den Ferien stirbt die Stadt auf Grund der vielen aus der direkten Umgebung kommenden Studenten (Heimfahrer) fastvöllig aus.
Relativ zentral gelegen befindet sich das ZZMK, das 1971 eröffnet wurde und über eine eigene Werkstoffkundeabteilung verfügt. Die bisher hausinterne MKG wird in absehbarer Zeit eine selbstständige Abteilung im Tübinger Klinikzentrum bilden. Etwa 500 m von der Zahnklinik entfernt befindet sich die 1991 eingeweihte Vorklink. In diesen Gebäuden ackern und rackern zurzeit ungefähr 400 Zahnmedizinstudenten. Zugelassen werden über die ZVS im Sommer- und Wintersemester je 40 Studenten. Hat man also den Studienplatz, erwartet einen die Vorklinik mit einemTechnikersaal, Phantomsaal, vier Funktionsräumen (Gips, Kunststoff, Politur und Guss) und einem kleinen Hörsaal. Die Technikerplätze verfügen über neue Absaugboxen und an jedem Phantomarbeitsplatz ist ein zusätzlicher Technikerplatz eingerichtet.
TPK und Phantom I sind sehr anspruchsvoll. Die Außer-Haus-Fächer hingegen sind bis auf Biochemie, mit einer in unregelmäßigen Abständen zu hohen Durchfallquoten führenden Klausur, für die meisten kein größeres Hindernis. Der Phantom II findet in den Sommersemesterferien statt und stellt mit u.a. einer Teleskoparbeit hohe Anforderungen.
Nostalgiefans kommen im Phantom III auf ihre Kosten. Nicht alle Schrauben wissen, was sie zusammenhalten sollen und manche Studenten leiden an den gleichen KaVo-Köpfen, wie ihre Väter schon vor dreißig Jahren. Das Arbeitsklima leidet jedoch nicht darunter. Einen wahren High-Tech-Schocker leidet man dann in Schein I, wenn man an die fast nigel-nagelneuen Estetica-Einheiten gelassen wird - so macht Behandeln Spaß.
Im Gegensatz zu anderen Universitäten stehen den Studenten in der Tübinger Zahnklinik ausreichend Patienten zur Verfügung, die von den Assistenten zugewiesen werden. Die finanzielle Situation der Zahnklinik hat sich in den letzten Jahren stark verschärft. Auf Grund fehlender Gelder wird an allen Ecken gespart. Die Ausgaben der Studenten steigen immer mehr. So kommen zu den sowieso schon anfallenden Materialkosten für Artikulator, Vorklinikkoffer, Abdruckmassen, Handschuhe etc. nun auch Winkelstücke, die selbst gekauft werden müssen, hinzu. Nicht weniger drastisch sind die Auswirkungen im Personalbereich.
Durch Stellenkürzungen fielen etliche Assistentenstellen weg. Um keine Qualitätseinbußen in der Lehre in Kauf nehmen zu müssen, wurde vor einem Jahr die Semestergröße in der Klinik von 40 auf 30 Studenten reduziert. Zwangsläufig entsteht nach dem Physikum ein Stau, auf Grund dessen die Kursplätze unter den Studenten verlost werden. Neben all den Schwierigkeiten darf jedoch der Spaß nicht zu kurz kommen. Jedes Semester findet die schon traditionelle 741- (sprich: seven-for-one) Party statt, die vom 7. Semester organisiert wird und die Erstsemester auf das kommende Studienleben einstimmen soll. Denn: ,,Wer viel arbeitet, muss auch viel feiern!" (Zitat) Beim legendären Tübinger Stocherkahnrennen auf dem Neckar starten jedes Jahr ca. 40 Stocherkähne, unter ihnen auch immer eine Zahni-Mannschaft mit dem fachschaftseigenen ,,Zahnstocher". (Stocher kahn = gondelähnliches Boot für bis zu 15 Personen; gesteuert durch den Stocherer, der mit hilfe einer langen Stange das Boot antreibt und lenkt.)
In der Fachschaft engagieren sich zurzeit ca. 20 Studenten. Neben den allgemeinen Aufgabenbereichen, wie Erstsemesterveranstaltung und Klinikeinführung, Verwaltung von Skripten, Spinden und Stocherkahn und Verkauf von Mundhygieneartikeln, versucht die Fachschaft ein nützliches Bindeglied zwischen Lehrenden und Lernenden zu sein.
Christian Rist
Stephan Wengert
Universität Tübingen
Junge Zahnmedizin in Deutschland
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