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Kammern für koordinierte Studiengänge von Ärzten, Zahnärzten und Apothekern in Brandenburg

Bild: Freerangestock / Jack Moreh

Neben den Ärzten sehen auch die Zahnärzte und Apotheker die dringende Notwendigkeit der Einrichtung eigener Studiengänge in Brandenburg. Entsprechenden Appellen hat die Landesregierung jedoch trotz teilweise jahrelanger Bemühungen und Vorarbeiten bislang nicht entsprochen. Nach Überzeugung der Landesapothekerkammer und der Landeszahnärztekammer Brandenburg haben die Politik und die Expertenkommission bei der Präsentation zur Medizinerausbildung nun selbst neue und starke Argumente für diese Vorhaben geliefert. Das veranlasste die beiden Körperschaften des öffentlichen Rechts zu dem Vorschlag, das ohnehin vorgesehene Konzept der interprofessionellen Ausbildung konsequent zu erweitern und in eine „Hochschule für Heilberufe“ auszubauen. Diese Initiative wird von der Landesärztekammer unterstützt.

In einem gemeinsamen Brief an den brandenburgischen Ministerpräsidenten Dr. Dietmar Woidke betonten die drei Kammerpräsidenten, dass die Besonderheiten des Flächenlandes mit seiner spezifischen demografischen Entwicklung es für alle drei Heilberufe seit Jahren ausgesprochen schwierig machten, ausreichenden qualifizierten Berufsnachwuchs zu gewinnen. Die deshalb bereits mittelfristig drohenden Versorgungslücken erforderten ein engagiertes Vorgehen auch vonseiten der Politik – beispielsweise durch Errichtung einer Hochschule für Heilberufe. Zudem wäre die Bündelung der Ausbildungen dieser eng miteinander verwobenen akademischen Heilberufe für die geplante staatliche Hochschulmedizin von deutlichem und nachhaltigem Vorteil, denn zwischen den drei verwandten akademischen Ausbildungen gäbe es auch im beruflichen Alltag zahlreiche erwiesene „Wechselwirkungen“. Die Schaffung von koordinierten Studiengängen wäre somit ein Quantensprung in der Ausbildung und damit auch für die Forschung zu innovativen Versorgungskonzepten in Brandenburg.

Die Kammern sind sich sicher, dass durch die Umsetzung ihres Vorschlags die Sogwirkung nach Brandenburg, die von der Medizinerausbildung ohnehin ausgehen werde, nochmals erheblich verstärkt werden könnte. Dies würde die Lausitz verjüngen und wäre damit eine Option für die Zukunft. „Als Leuchtturm-Initiative zur nachhaltigen Sicherung der Gesundheitsversorgung wäre sie zudem national und international beispielgebend und würde zahlreiche Studierende aus dem In- und Ausland in unser Bundesland ziehen. Das wiederum würde unseres Erachtens die Chancen auf Förderung durch die Bundesländer im Rahmen der Lausitzentwicklung erheblich steigern“, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben der drei Kammern.

Nicht zuletzt wäre die – in Deutschland bei Weitem nicht selbstverständliche – vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den drei Heilberufskammern in Brandenburg eine hervorragende Voraussetzung dafür, dass diese auf der innovativen Ausbildung aufbauend selbst mit gemeinsamen, praxisorientierten und vor allem umfänglich konsentierten Konzepten dazu beitragen, ihren Berufsnachwuchs auf eine zukunftsgerichtete Tätigkeit in Brandenburg vorzubereiten.

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