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Machbarkeitsstudie: Der klimaneutrale Campus ist realisierbar

Bild: Pixabay / Daniel Park

Das Thema Energieeffizenz und Klimaschutz ist seit vielen Jahren im Betrieb der Hochschulen angekommen. Die aktuelle Klimaschutzdebatte erhöht noch einmal den ökologischen und gesellschaftspolitischen Stellenwert dieser Aktivitäten. Das HIS-Institut für Hochschulentwicklung e. V. (HIS-HE) hat nun die Ergebnisse der von der hessischen Landesregierung geförderten „Machbarkeitsstudie klimaneutraler Campus“ in der Reihe Forum Hochschulentwicklung veröffentlicht.

Die konkrete Befassung mit dem Thema Klimaneutralität ist in den Hochschulen von verschiedenen Rahmenbedingungen geprägt und hat unterschiedlichste Ausprägungen. Ob die jeweiligen Motivlagen eher monetärer oder eher politischer Natur sind, vielleicht sogar stark intrinsische Aspekte eine Rolle spielen, liegt in der Entscheidung der einzelnen Hochschulen. Ein öffentlichkeitswirksames Statement hinsichtlich eines klimaneutralen Agierens ist allerdings noch die Ausnahme. Nur eine Handvoll Hochschulen geben ein solches derzeit ab.

Wie sich Hochschulen dem Thema Klimaneutralität stellen hat HIS-HE mit dem Projektvorhaben „Machbarkeitsstudie klimaneutraler Campus“ beleuchtet. Gefördert durch die hessische Landesregierung wurden vier Hochschulen hinsichtlich ihrer konkreten Herangehensweise untersucht. HIS-HE hat die Ergebnisse, die im Wesentlichen auf qualitativen, leitfadengestützten Experteninterviews beruhen, in einer Publikation dokumentiert. In der Aufbereitung wird eine strategische und eine operative Ebene unterschieden. Die strategische Ebene befasst sich mit der erforderlichen Governance, die operative Ebene beschreibt Werkzeuge, Maßnahmen und konkrete Umsetzungen.

Glaubwürdige Klimaneutralität benötigt eine Vielzahl von Strukturen und Prozessen. Die Elemente dieser Governance sind klar definierbar und stellen Hochschulen vor Herausforderungen, die allerdings zu bewältigen sind. Bedeutender Akteur ist die Hochschulleitung, die das Thema in der Hochschulverwaltung verstetigt. Darüber hinaus ist ein Verständnis der Organisation Hochschule wesentlich, um die gehobenen Potenziale einer Verstetigung zu erschließen. Praktizierte Klimaneutralität benötigt auch Routinen und kreative Ideen, damit also insbesondere Ressourcen. Diese haben Hochschulen in vielfältiger Weise entwickelt. Fachpersonal für den Umgang mit Energie und explizite Energiemanagerinnen und Energiemanager sind in vielen Einrichtungen Standard. Unabhängig von den erkannten Elementen entscheiden die charakteristischen Rahmenbedingungen der Hochschulen, wie die konkrete Ausrichtung und Ausgestaltung hinsichtlich der Thematik Energieeinsparung und Klimaneutralität ausgeprägt sind. Hier spielen z. B. die Größe der Hochschule und die fachspezifische Ausrichtung eine Rolle sowie die eigene Historie und der Wille zu einer darauf ausgerichteten Außendarstellung. Darüber hinaus setzen die jeweiligen politischen Rahmenbedingungen auf Landesebene Maßstäbe.

Und schließlich gilt es, die Organisation Hochschule zu akzeptieren und sich zu vergegenwärtigen, dass es auch immer Gelegenheitsfenster und oder Protagonisten sind, die Energieeinsparung und Klimaneutralität, insbesondere in der Organisation Hochschule prägen können. Das Urteil der „Machbarkeitsstudie klimaneutraler Campus“ lautet: Realisierbar, allerdings nicht ohne Investitionen und Reibung! Sehr wichtig ist dabei die Feststellung, dass Klimaschutz immer klimarelevante Emissionen zulässt, dass Klimaneutralität jedoch eine Auseinandersetzung mit den nicht vermeidbaren Emissionen erfordert und eine Kompensation notwendig macht.

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